Der Gesundheitsfonds – eine teure Reform
Ich beschäftige mich derzeit mit einem Wechsel der Krankenkasse. Ich bin derzeit bei der IKK gesetzlich und bei der DKV Privat Versichert. Die IKK erhebt derzeit einen Beitrag von 14,2 %. Ich habe mir als alternative Krankenkasse die Bundesinnungskrankenkasse Gesundheit (kurz BIG) ausgesucht. Der Beitragssatz liegt dort bei derzeit 12,5 %. Wichtig ist das die neue Krankenkasse das sogenannte Kostenerstattungsverfahren unterstützt. Da die BIG dies tut, steht einem Wechsel nichts mehr im Weg.
Ich habe mich im gleichen Zuge mal mit dem Gesundheitsfonds, welcher ab 01.01.2009 in Kraft tritt, auseinandergesetzt. Ganz ehrlich, ich habe nicht schlecht geguckt als ich mir das durchgelesen habe. Hier mal eine Übersicht:
- Alle Krankenkassen in Deutschland (derzeit ca. 270) nehmen einen vom Gesundheitsministerium vorgegebenen Beitragssatz. (Dieset Satz ist bisher nicht bekannt. Deshalb gehen wir für das Beispiel unten von realistischen 14,5 % aus)
- Sollte die Kasse mit diesem Beitrag nicht auskommen, darf sie max. 1% des Bruttolohnes Ihrer Mitglieder extra Verlangen.
- Vater Staat füttert den Fonds mit unseren (von wem sonst
) Steuergeldern 2007,2008 und 2009 mit 6,5 Mrd. €. Danach wird werden die Gelder sukzessiv bis 2016 auf 14 Mrd. € pro Jahr angehoben.
Hierzu ein Beispiel wie dies bei der fiktiven Krankenkasse ABC aussehen würde:
Derzeitiger Satz 2008: 13,0 %
Neuer Satz 2009: 14,5 %
Beispielhafter Bruttolohn Arbeitnehmer: 2500 €
monatliche Zahlung 2008 an die KK: 185,00 €
monatliche Zahlung 2009 an die KK: 203,75 €
(Arbeitgeber anteile nicht berücksichtigt !)
Die Krankenkasse würde also von diesem Mitglied knapp 19 € im Monat mehr erhalten. Das sind immerhin 228 € im Jahr die dem Arbeitnehmer fehlen. Die Krankenkasse ist mit Ihren 13,0 % bisher ausgekommen (sonst würde diese Ihren Beitrag erhöhen.)
Also was macht der Gesundheitsfonds ? Eine Krankenkasse, welche derzeit gut Wirtschaftet, bekommt jeden Monat mehr Geld und erhält noch Zuschüsse von Vater Staat. Sinnvoll oder ?
Wir haben ca. 270 Krankenkassen in Deutschland. Jede hat einen eigene Verwaltung mit Geschäftsführer, Buchhaltung, Call-Center etc. Wie wäre es, wenn man die Anzahl reduziert ? Hat daran mal jemand gedacht ?
Die Idee für den Fonds kam übrigens nicht von dem Gesundheitsministerium sondern vom Finanzministerium.
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